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MINI Challenge – ein Rennwochenende in Oschersleben

Fahrbericht von Dietmar Stanka





 

Herausforderung pur. Mein erstes Rundstreckenrennen und das gleich auf dem 211 PS starken MINI John Cooper Works mit dem Renntrimm der MINI Challenge. Der Name ist Programm.


Selbst erfahrene Rennfahrer wie Michael Menden, der viele Jahre mit einer Corvette erste Plätze belegt hat, musste hartes Lehrgeld zahlen. „Ich dachte, ich bin in einer anderen Welt gelandet. Bei den Oldtimer-Rennen auf dem Nürburgring war ich immer bei den Ersten dabei. Die MINI Challenge lehrte mich eines Besseren. Ich stand ganz hinten und brauchte lange, um mich einigermaßen nach vorne zu kämpfen.“

Kampf ist das richtige Wort. Meisten sehr fair, aber Blessuren an den Fahrzeugen sind keine Seltenheit. In Oschersleben bei Magdeburg fand am Wochenende 3. – 5. September der vorletzte von acht Läufen der MINI Challenge statt. Und ich mitten drin. Am Ende des Titelkampfs durfte ich das erste Rundstreckenrennen meines Lebens fahren. Meine Motorsporterfahrung gipfelte bis dato in einer Rallye zur deutschen Meisterschaft im Jahr 2009. Dort fuhr ich auf der Oberland-Rallye einen Suzuki Swift.

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Foto: Mini


Aber nun der direkte Fight mit 24 anderen Startern auf dem 3,7 km langen Kurs von Oschersleben. Freitagmittag begann es mit dem freien Training. Raus im Konvoi aus der Boxengasse auf die Strecke. Im wilden Zickzack-Kurs auf die erste Runde, um die Slicks einigermaßen aufzuwärmen. Eine halbe Stunde Zeit, um eine völlig unbekannte Rennstrecke sowie einen Renntourenwagen kennenzulernen, den ich bis dato nur in der Straßenversion kannte. Das Wetter erstaunlich gut, verbesserten sich nach den ersten Runden die Zeiten von Runde zu Runde fast um eine Sekunde. 1:54 war zum Schluss die schnellste Zeit, aber kein Vergleich zu den 1.45 der Spitzengruppe. Reichlich zufrieden und durchgeschwitzt ging es zurück ins Fahrerlager.

Am Samstag standen zwei Dinge an. Um die Mittagszeit das Qualifying, am späten Nachmittag das erste Rennen. Vormittags schüttete es aus Eimern und die anderen Rennserien waren alle auf Regenreifen unterwegs. Gegen Mittag hörte der Regen zwar auf, die Strecke war trotzdem noch sehr nass. Also auch die gerillten Pneus aufgezogen um den Gott des Aquaplanings zu besänftigen und ab auf die Piste. Zehn Minuten war die Ideallinie trocken und die Box hatte Arbeit. Kaum wieder draußen begann der Regen erneut, die Strecke anzufeuchten. Somit ging es noch einmal in die Box und der letzte Startplatz war mir sicher.

Voller Hektik ging es dann zum Rennen. Wir waren zu spät zum Vorstart gefahren, und bis der Gurt festgezurrt war und ich durch die Boxengasse auf die Rennstrecke fahren konnte, waren nur noch die Rückleuchten der anderen Minis zu sehen. Reifen warm fahrend schloss ich langsam auf und war dann rechtzeitig vor der Einführungsrunde auf meinem Startplatz. Dann hieß es „Helfer raus“, die Motoren heulten auf und ab ging die wilde Fahrt. Zum Verhängnis wurde mir nach dem problemlosen Start die zweite Runde. Wohl aus Unerfahrenheit verlor ich zweimal die Haftung und legte wunderbare Pirouetten auf den Asphalt. Perfekte Haltungsnoten, aber leider der absolute Kontaktverlust zum restlichen Feld. So kam es, wie es kommen musste.

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Foto: Mini


Nach rund der Hälfte von 30 Minuten Gesamt-Rennzeit wurde ich das erste Mal überrundet. Und zwar von einer Meute wildgewordener Haudegen, die um die Meisterschaft kämpfen. Da hieß es nur, sich so klein wie möglich zu machen und schön auf der Linie bleiben. Ohne weitere Dreher konnte ich nach 15 Rennrunden mein allererstes Rundstreckenrennen beenden. Dabei stieg der Respekt vor Rennfahrern fast ins Unermessliche. Denn die körperliche und mentale Leistung eines Spitzenfahrers ist mit jedem anderen Hochleistungssport problemlos zu vergleichen.

Das zweite Rennen am Sonntag war wesentlich unspektakulärer. Kein Dreher, nur eine Überrundung durch die Spitzenfahrer und Zeiten, die ähnlich wie beim freien Training von Runde zu Runde besser wurden. Es war ein spannendes Wochenende inmitten eines tollen Teams, das die MINI Challenge betreut. Ich freue mich bereits auf mein nächstes Cockpit in diesem heißen Flitzer, denn die Rennluft macht süchtig.

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Foto: D. Stanka




Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München