Opel Astra Sports Tourer – Schlag auf Schlag
Fahrbericht von Dietmar Stanka



Foto: D. Stanka

Die Neuwagen-Offensive der Rüsselsheimer reißt nicht ab. Nun steht der Astra als Caravan, Verzeihung, Sports Tourer in den Startlöchern.




Denn mit der Änderung des Designs, der Qualität und des Anspruchs von Opel hat sich auch so mancher Terminus geändert. Dynamischer soll es klingen und der Astra beweist diese Dynamik bereits im Stand. Er hat auch eine große Klappe und die ist wichtig in diesem Segment. Denn der Astra Sports Tourer soll erstens als Familienwagen und zweitens als Geschäftswagen große Erfolge erzielen.


Große Klappe und viel dahinter


Wenn die Rücksitze per Knopfdruck umgelegt sind, entsteht ein Stauraum von 1.550 Litern. FlexFold-System nennt Opel die per Tastendruck an den Kofferraumflanken umklappbaren Rücksitze. Diese fallen, wenn man es mag, im Verhältnis 60/40 um und bilden eine ebene Ladefläche. Im Gegensatz zum großen Bruder Insignia ist der Astra Sports Tourer wesentlich nutzorientierter gebaut. Optimal also für eine einfache Be- und Entladung.



Foto: D. Stanka


Die Laderaumabdeckung EasyAccess ist ebenfalls ein Novum dieser Klasse. Ein Fingertipp genügt und die Abdeckung gleitet schräg nach oben, um Platz für kleines Gepäck zu schaffen. Sollen größere Gegenstände transportiert werden, fährt die Abdeckung nach einem Zugimpuls in die Kassette. Wenn die gesamte Einheit nicht gebraucht wird, kann sie mühelos in einer Halterung unter dem Ladeboden verstaut werden.

Optional ist für den flexibel gestalteten Gepäckraum eine faltbare Auskleidung zu erwerben. Diese schützt den Laderaumboden, die Öffnung der Heckklappe, die hintere Stoßstange sowie die umgelegten Sitze. Das FlexOrganizer System beinhaltet Transport- und Aufbewahrungselemente wie Netze, Adapter und Schienen, die zum einen die Ladungssicherung gewährleisten und zum anderen den Laderaum individuell aufzuteilen.


Breite Motorenpalette


Neun Motoren stehen zum Verkaufsstart zur Wahl. Leider wird nur der erst ab Anfang 2011 erhältliche 1,3-Liter-CDTi mit 70 kW (95 PS) mit der Start/Stop-Technologie zu haben sein. Neben diesem sparsamen Diesel, er verbraucht nach Herstellerangaben im Durchschnitt 4,1 Liter und stößt pro Kilometer nur 109 Gramm CO2 aus, bietet Opel drei weitere Selbstzünder an. Fünf Benziner ergänzen die Palette, der stärkste leistet 132 kW (180 PS).

Auf unseren ersten Testfahrten in und um die türkische Metropole Istanbul konnten wir den 1,4-Liter-Turbo-Benziner, der 103 kW (140 PS) leistet und den 2-Liter-Diesel mit 110 kW (160 PS) fahren. Beide Triebwerke überzeugten mit einem guten Durchzug und vernünftiger Geräuschdämmung. Das Fahrwerk des fünftürigen Astra war bei unseren Tests im letzten Herbst und im Frühjahr diesen Jahres schon ein Knaller. Die Opel Techniker konnten dieses gute Fahrgefühl auch auf den Sports Tourer übertragen.



Foto: D. Stanka

Tolles Fahrwerk


Verantwortlich für dieses herausragende Fahrwerk ist vor allem die Verbundlenkerhinterachse mit dem Watt-Gestänge. Diese Konstruktion benötigt wenig Platz, sodass dieser im Laderaum nicht verschenkt wird. Sie ist zudem leicht und dämmt gleichzeitig Geräusche und Vibrationen. Gegen einen Aufpreis von 980 Euro kann für die Ausstattungslinien Edition, Sport und INNOVATION das FlexRide Sicherheitsfahrwerk bestellt werden. Mit diesem adaptiven System können die drei Fahrmodi Standard, Sport und Tour angewählt und damit die individuellen Einstellungen optimal angepasst werden.


Vielseitige Ausstattungsvarianten


Unbedingt empfehlenswert ist die Investition von 685 Euro (nur Fahrersitz 390 Euro) in die von Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) ausgezeichneten Vordersitze. Traumhaft bequem und mit dem größten Verstellbereich in der Klasse gesegnet, sind sie nicht nur für Vielfahrer eine sinnvolle Ausstattung. Diese werden sich an zwei weiteren Features ebenfalls erfreuen. Die eine ist die Frontkamera (525 Euro), die Verkehrszeichen erkennt und im Instrumenten-Display abbildet und zudem einen Spurhalte-Assistenten beinhaltet.

Die andere Option heißt AFL+ und bezeichnet das adaptive Fahrlicht inkl. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit variabler Lichtverteilung für die Stadt, Spielstraße, Landstraße, Autobahn und Schlechtwetter. Zusätzlich enthält das 1.250 Euro teure Paket eine aktive Kurvenlichtfunktion, eine Abbiegelichtfunktion und das prägnante Tagfahrlicht in LED-Technik.


Foto: D. Stanka

Fazit


Viel drin, viel dran und viel Drumherum. Der neue Astra wird in seinem Segment den Mitbewerbern das Fürchten lernen. Dafür spricht nicht nur der günstige Einstiegspreis von 18.000 Euro für den 1,4-Liter-Benziner, sondern seine hohe Qualität und seine niedrigen Betriebskosten. Diese schlagen sich in einer günstigen Versicherungseinstufung ebenso nieder, wie mit dem einem erwartet hohen Restwert. Eine erste Einschätzung liegt nach drei Jahren und 60.000 Kilometern bei 61 Prozent! Opel ist also weiterhin auf einem guten Weg und wird allein im nächsten Jahr fünf neue bzw. erneuerte Modelle präsentieren.

Technische Daten: Opel Astra Sports Tourer 1,4 Turbo Edition


Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.364 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 103 kW (140 PS)/4.900 – 6.000
Max. Drehmoment: 200 Nm bei 1.850 – 4.200 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.698/1.814/1.535  in mm
Radstand: 2.685 in mm
Leergewicht: 1.393 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.960 kg
Kofferrauminhalt: 500 – 1.550 l
Bereifung: 215/50 R 17
Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung: 10,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Tankinhalt: 56 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 4,9 l auf 100 km
Preis: 22.300 Euro inkl. MwSt.









Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München